Es scheint, als ob auch die Stadt Langenfeld noch Potential dazu sieht, die eigenen Bürger weiter auszupressen. Haben wir als Haus & Grund, wenn es in Monheim um die über alle Maßen steigende Verschuldung dieser Stadt ging, viel zu lange weggesehen, so dass dort Schulden von mehrenen Milliarden Euro aufgetürmt wurden, was zu dem aktuell nicht mehr zu vermeidenden Grundsteuerhebesatz von 1.000 führte, so durften sich die Langenfelder Bürger diesbezüglich bisher lange sicher fühlen, zumal Bürgermeister Wenzens (B/G/L) im Januar 2026 bei der Versendung der Grundsteuerbescheide 2026 folgendes schrieb: Ich darf Ihnen versichern, dass wir weiter an einer möglichst geringen Belastung arbeiten.
Das ist jetzt mit der Ratssitzung in Langenfeld seit dem 15.09.2026 vorbei. Wir fühlen uns getäuscht. So traf die Steuerbürger der Stadt die Ankündigung bei der Vorstellung des Doppelhaushaltes 2027/2028 in der Ratssitzung vom 15.09.2026 unter TOP 10 sprichwörtlich aus heiterem Himmel, als das die vorgeschlagene Haushaltssatzung eine Steigerung des Grundsteuerhebesatzes von 418 auf 975 Punkte vorsieht, was einer Erhöhung von 233,3 % entspricht. Wer also für ein Familieneigenheim z.B. bisher rund 800 € jährlich zahlte, muss ab 2027 mit einer Belastung von knapp 1.900 € rechnen, mithin mehr als dem 1,5-fachen der Deutschen monatlichen Bruttorente von € 1.200,00. Was soll also damit erreicht werden?
Die Mehrbelastung beruhe, so der Bürgermeister, auf der Entwicklung der Schulen und den Mehrausgaben für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Diese Argumentation verfängt nicht. Die Geburtenabteilung im Langenfelder St.Martinus-Krankenhaus ist mangels Bedarf geschlossen worden, die im B-Plan RE-60 noch vorgesehene dreizügige KITA wird mangels Bedarf wohl nicht mehr gebaut. Wofür braucht es da den Anbau an der Prismenschule, der so gigantisch ausfallen soll, dass sogar die Fröbelstraße überbaut wird, wenn doch die Schülerzahlen sinken werden? Welche Schüler sollen die weiteren Räume den bevölkern?
Ist es wirklich notwendig, eine teure Straßenreinigung per Satzung zu etablieren, Maschinen zu kaufen, Personal einzustellen, wenn doch die Regelung, unter Altbürgermeister Magnus Staehler eingeführt, sich über Jahrzehnte bewährt hat? Bis jetzt sind doch die Anwohnerstraßen sauber (jeder kehre vor seiner Tür)!
Die Ratsfraktionen von SPD und CDU zeigen sich zu Recht ablehnend. Immenses Einsparungspotential ist vorhanden, das genutzt werden muss. Mangels Bedarf ist die Erweiterung der Prismenschule zurückzustellen, die ab 01.07.2027 gültig werdende Straßenreinigungssatzung aufzuheben, der jetzige Zustand wieder herzustellen. Wenn die Stadt Langenfeld sich auf die Erfüllung seiner Kernaufgaben konzentriert, wird festzustellen sein, dass es weder überplanmäßiger Aufwendungen der Stadt für Rechtsberatung (TOP 11 der Sitzung vom 15.09.2026), noch überplanmäßiger Förderprogramme für Dach- oder Fassadenbegrünung, für insektenfreundliche Gärten (TOP 15) bedarf. Es ist nicht nachvollziehbar, wofür die neue stadteigene ‚sms Dienstleistungs-GmbH & CO KG‘ (TOP 17) notwendig sein soll. Gerade dann, wenn die Grundsteuer nicht erhöht wird, stehen deren finanzielle Mittel für entsprechende Maßnahmen weiterhin für die Haus- und Gartengestaltung zur Verfügung. Hier bedarf es keiner Umverteilung von Vermögen auf kommunaler Ebene.
Langenfeld sollte sich an der benachbarten Stadt Monheim, wie diese sich heute darstellt, ein Beispiel nehmen: obwohl die dortigen Schulden auf bald 3 Milliarden Euro betragen werden, bleibt der Grundsteuersatz dort stabil. Dort wurde ein Internet-Portal eingerichtet, über das die Bürger Einsparungsvorschläge machen können. Die Grundsteuer belastet gerade die Mieterhaushalte, deren Lohnerhöhung ja nicht 233 % sondern vielleicht 4 oder 5% ausmachen wird.
Auch die Wähler der B/G/L in Langenfeld sind nicht so einkommensstark, dass sie sich eine monatliche Grundsteuer von 100 oder mehr Euro leisten können. Dies gilt insbesondere wegen der bedenklichen Kostensteigerung in der Bauwirtschaft, so dass trotz ‚Bauturbo‘ die private Bautätigkeit und auch der soziale Wohnungsbau zum Erliegen kommen. Dort machen die Betriebskosten inzwischen bis zu 50 % der Kaltmiete aus. Wird die Anpassung der Grundsteuer wie geplant umgesetzt, wird diese Quote über 60 % liegen. Ist das wirklich gewollt, Herr Bürgermeister Wenzens?
Was offensichtlich fehlt, ist beim Stadtrat und der B/G/L-Fraktion die erforderliche Prüfung der kostenmäßigen Umsetzbarkeit der Wunschzettel, die dort vor der Wahl eingesammelt wurden und jetzt in den Haushalt eingestreut werden. Die Umsetzung dieser Träume kostet über die Grundsteuer das Geld auch der eigenen Wähler! Ist das noch nicht aufgefallen?
Was erforderlich wird, ist die zwingende Notwendigkeit, mit dem Geld der Bürger äußerst sparsam umzugehen. So bedarf es weder der neuen Straßenreinigungssatzung, noch des wöchentlichen Youtube-Films zur Selbstdarstellung des Bürgermeisters, Wenzens Woche, wie er neuerdings auf der Homepage der Stadt eingestellt wird, noch der Zurverfügungstellung einer Emailadresse für Langenfelder Bürger mit den Endungen @langenfeldmail.de oder @ltown.de. Alles das kann und muss ersatzlos weg.
Notwendig sind mutige Entscheidungen, etwa die kostenfreie Verfügbarkeit von KFZ-Stellplätzen im Bereich der Behörden und Förderung des stationären Einzelhandels und der Gastronomie auch durch Unterstützung der Vermieter entsprechender Flächen mit dem Ziel der Stärkung des sozialen Miteinanders, ausreichende Bargeldversorgung, insbesondere die Ansiedlung von Betrieben des Mittelstandes und des Handwerks (ara-Gelände, Neumann & Büren), um Gewerbesteuer-Einnahmen zu generieren und das Pendeln in Nachbarstädte zu vermeiden, Entbürokratisierung und strikte Umsetzung behördlicher Vorgaben wie etwa die Zweckentfremdung von Garagen oder die unerlaubte Versiegelung von Vorgärten, Optimierung des Personaleinsatzes der Stadt und vieles mehr.
Es gibt viel zu tun, nur dafür ist der Stadtrat gewählt worden, nicht zur Erfüllung von Wunschzetteln! Weihnachten ist nicht alle Tage.
Hubertus von Buddenbrock